Franziskanerkloster Wiedenbrück

Marienkirche mit Patersbogen (Foto: A. Kirschner)

Ein Abschied ohne Abschied

Franziskaner müssen das Kloster Wiedenbrück ohne Abschiedsgottesdienst verlassen

Seit Monaten hatten wir Franziskaner geplant, uns am Sonntag, dem 28. Juni, nach 370 Jahren mit einem Gottesdienst in der Marienkirche aus Wiedenbrück zu verabschieden. Die Idee eines Abschiedsfestes im Klostergarten mussten wir bereits im Frühjahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie fallen lassen. Nun hat der massive Corona-Ausbruch in den letzten Tagen in und um Wiedenbrück auch den Gottesdienst unmöglich gemacht. Die Landkreise Gütersloh und Warendorf stehen wieder unter einem Lockdown, im Pfarrverbund Reckenberg finden mindestens bis einschließlich 30. Juni keinerlei öffentliche Gottesdienste statt. Wir werden also ohne Abschied gehen müssen. Das ist traurig. Wie in vielen anderen Bereichen hat auch hier das kleine unsichtbare Virus alle Planungen über den Haufen geworfen, ohne vorher zu fragen.

Die bis zuletzt im Kloster lebenden Brüder, Bruder Korbinian, Bruder Rigobert und Bruder Richard, haben bereits ihre Sachen gepackt und hoffen, dass sie bald an ihre neuen Lebensorte umziehen können. Wir werden überlegen, ob es unter Umständen zu einem späteren Zeitpunkt nochmals eine Begegnung von uns Brüdern mit den uns verbundenen Menschen in Wiedenbrück geben kann, im Sinn eines nachgeholten Abschieds oder vielleicht dann auch eines frohen Wiedersehens.

An wenigen Orten waren und sind wir so eng mit der Bevölkerung verbunden wie gerade in Wiedenbrück. Nun müssen wir gehen, ohne dass wir Dankeschön sagen könnten. Darum wenigstens auf diese Weise einen herzlichen Dank an alle, die uns Brüder und unsere Arbeit im Kloster, in der Seelsorge und im Jugendgästehaus mit Wohlwollen begleitet und auf vielfältige Weise unterstützt haben. Danke auch an die Verantwortungsträger der politischen Gemeinde und der Kirchengemeinde. Und natürlich ein besonderes Dankeschön an alle engagierten Frauen und Männer der zu Beginn dieses Jahres gegründeten Genossenschaft, die das Klostergebäude einschließlich Jugendgästehaus und Klostergarten auch künftig als einen Raum für bürgerschaftliche, spirituelle und kulturelle Begegnungen offen halten wird. Wir freuen uns sehr über diese Initiative und hoffen, dass sich auch weiterhin viele Menschen in der Genossenschaft engagieren und auf diese Weise unserem Kloster eine gute Zukunft sichern.

Unser Abschied von Wiedenbrück in diesen Tagen lässt uns Franziskaner in Deutschland den erneuten Lockdown in den Landkreisen Gütersloh und Warendorf mit besonderer Aufmerksamkeit und Anteilnahme verfolgen. Wir können uns vorstellen, was die damit verbundenen Einschränkungen für viele Menschen in ihrem privaten wie beruflichen Leben bedeuten, sind wir doch selbst davon betroffen. Darum soll unser Dank zugleich auch ein Zeichen der Solidarität sein, verbunden mit dem Wunsch nach Entschlossenheit und Zuversicht in dieser heraufordernden Zeit.

Pater Cornelius Bohl ofm, Provinzialminister

Pressemitteilung: Nach mehr als 370 Jahren verabschieden sich die Franziskaner von Wiedenbrück

Die Provinzleitung der Deutschen Franziskanerprovinz hat beschlossen, im Sommer 2020 das Kloster in Wiedenbrück zu schließen. Bereits im letzten Jahr hatte das Provinzkapitel sich für einen „zeitnahen“ Abschied von Wiedenbrück ausgesprochen. Der Abschiedsgottesdienst ist für Sonntag, den 28. Juni 2020, um 15:00 Uhr geplant.

Die Schließung des traditionsreichen Klosters nach über 370 Jahren ist auch für uns Franziskaner eine schmerzliche Zäsur. 1644 hatte der Osnabrücker Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg den Minderbrüdern die Seelsorge an der Marienkirche übertragen. Seitdem gab es, mit einer kurzen Unterbrechung im Kulturkampf, eine durchgehende franziskanische Präsenz in Wiedenbrück. An wenigen anderen Orten sind wir so eng mit der Bevölkerung der Stadt und des Umlands verbunden wie gerade in Wiedenbrück. Dennoch sahen wir uns gezwungen, neben anderen Niederlassungen auch das Kloster in Wiedenbrück aufzugeben.

In unserem „Projekt Emmaus“, einem zweijährigen Zukunfts- und Strukturprozess, ist uns sehr klar geworden, dass es aufgrund unserer personellen Situation leider radikaler Einschnitte bedarf, wenn künftig eine deutlich kleinere Zahl von Brüdern ihre franziskanische Berufung gerne und verantwortlich leben soll.

In den letzten Monaten haben wir uns aus Köln, Werl und Neviges verabschiedet, neben Wiedenbrück werden dieses Jahr auch die Konvente in Halberstadt und Berlin-Wilmersdorf geschlossen.

Am 20. Januar dieses Jahres haben engagierte Frauen und Männer aus Wiedenbrück eine Genossenschaft gegründet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Klostergebäude einschließlich Jugendgästehaus und den Klostergarten auch künftig als einen Raum für bürgerschaftliche, spirituelle und kulturelle Begegnungen offen zu halten. Auch nach unserem Weggang soll dieser traditionsreiche Ort Menschen zusammenführen, Jugendarbeit ermöglichen und so fest in der Bevölkerung verankert bleiben. Wir freuen uns sehr über diese Initiative und hoffen, dass auf diese Weise unserem Kloster eine gute Zukunft gesichert werden kann.

Gottesdienstordnung

Aktuelle Hinweise auf Gottesdienstzeiten und Termine in der Marienkirche entnehmen Sie bitte dem Pfarrbrief des Pastoralverbundes unter folgendem Link: http://www.pv-reckenberg.de/11887-Pfarrbrief.html

Vivere

Die Vivere-Gruppe Wiedenbrück trifft sich alle 6 Wochen am Donnerstag von 18 bis 21 Uhr, beginnend mit der Vesper in der Kirche. Weitere Informationen finden Sie hier.

Das nächste Treffen ist am 4. Juni.

Klostergarten

Unser schöner Klostergarten hat nun eine eigene Homepage. Die Adresse lautet: https://klostergarten-wiedenbrueck.de/                  Informieren Sie sich gerne!

Kreuztracht 2019

Einen Bericht und Bilder der Kreuztracht von 2019 finden Sie hier.

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