Kloster und Kirche

Geschichte

In mehr als 350 Jahren Franziskanerkloster Wiedenbrück haben sich mehr Geschichten ereignet als sich je erzählen lassen. Deshalb hier nur ein kurzer historischer Überblick.

1200

Bau der ersten romanischen Ursula-Kirche in Wiedenbrück 

1470

07. Dezember: Weihe der heutigen Marienkirche

1644

Gründung des Klosters durch den Fürstbischof von Osnabrück, Franz Wilhelm Graf von Wartenberg. Ankauf des der Marienkirche gegenüberliegenden Wohnhauses der verstorbenen Eheleute Willen.

1645

Bau eines Verbindungsbogens vom Haus über die Straße zur Kirche auf Kosten der Stadt Wiedenbrück, Bestätigung der Klostergründung durch Papst Innozenz X.

1647

Eroberung Wiedenbrücks durch die Schweden.

Nach 1650

Beginn der philosophischen Studien für Ordenskleriker in Wiedenbrück. Betreuung des Gnadenbildes und der Wallfahrer, seelsorgerische Arbeit in der Stadt, den umliegenden Gemeinden und im Annunziatenkloster.

1667

Grundsteinlegung zum eigentlichen Klosterbau.

1700

Beginn der münsterischen Besatzung Rhedas (bis 1785). Die Franziskaner in Wiedenbrück übernehmen die Seelsorge für die kath. Soldaten, da im reformierten Rheda keine kath. Seelsorger geduldet werden.

1715

Erweiterung des Chorraums in der Marienkirche

1716

Vollendung des ersten Bauabschnitts des Klosters.

1730

Anbau der Sakristei und der heutigen Beichtkapelle (als solche eingerichtet 1985) in der Marienkirche.

1781

Umbau des Kirchturms mit dem barocken Helm zu seiner heutigen Form aus dem alten Dachstuhl des ehemaligen Siechenhauses von Wiedenbrück.

Nach 1785

Mithilfe bei der Etablierung einer kath. Gemeinde in Rheda nach dem Abzug der münsterischen Soldaten.

1794

Aufnahme von acht französischen Brüdern, die vor der kirchenfeindlichen Gesetzgebung aus Frankreich geflohen sind.

1803

Reichsdeputationshauptschluss in Regensburg (25. Februar), der gesamte Besitz der Stifte, Abteien und Klöster geht auf die jeweiligen Landesherren über.

1807

Bau der St. Clemenskirche in Rheda

1816

Laut preußischer Kabinettsorder vom 09. August darf das Kloster Wiedenbrück „einstweilen“ weiter bestehen. Es dürfen aber keine neuen Novizen aufgenommen werden. Das Kloster Wiedenbrück überlebt als eines von nur sechs Klöstern der Sächsischen Franziskanerprovinz mit zuletzt nur noch neun Brüdern.

1829

St. Clemens wird Pfarrvikarie.

1842

Am 24. August hält sich Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen, in Wiedenbrück auf. Dem Guardian des Klosters, Alardus Bartscher gelingt es, an die Kutsche des Königs zu treten und ihn um "ein gnädiges Wohlwollen für den Erhalt des Klosters" zu bitten.

1843

Friedrich Wilhelm IV. gestattet die Aufnahme neuer Novizen.

1854

Wiederaufnahme der philosophischen Studien.

1875

Am 07. August müssen die Brüder unter großer Anteilnahme der Wiedenbrücker Bevölkerung das Kloster infolge des preußischen Kulturkampfes verlassen. Sie finden Aufnahme vor allem in den Niederlanden und in Amerika.

1887

Rückkehr der Brüder ins Kloster Wiedenbrück, in der Folge Übernahme der Schriftleitung des „Antoniusboten“ und der Zentrale des "Franziskaner-Missionsvereins".

1892

Errichtung des roten Backsteinbaus an der Mönchstraße.

1898

Anbau des Flügels zum Nonnenwall (heutiges Franziskushaus).

Nach 1933

wiederholte Konflikte der Brüder mit dem NS-Regime wegen Verstößen gegen das "Heimtücke-Gesetz".

1944

Verurteilung und Hinrichtung von P. Kilian Kirchhoff (in Wiedenbrück tätig 1939 – 1941).

1948

Schaffung eines Fußgängerdurchgangs durch den Klosterbogen.

1949

Umgestaltung der Klosterpforte.

1983

Renovierung des Klosters und Versetzung der Klosterpforte in den heutigen Zustand.

1995

Beschluss des Provinzkapitels der nord- und ostdeutschen Franziskanerprovinz, den Gebäudeflügel am Nonnenwall zielgerichtet als Jugendgästehaus der Franziskaner zu nutzen.

1996

Beginn des Umbaus des Franziskushauses in mehreren Bauabschnitten bis 2002.

2006

Umzug des gemeinsamen deutschen Noviziates von Nürnberg nach Wiedenbrück.

2008

Renovierung der Marienkirche

2010

Die vier deutschen Franziskanerprovinzen (Saxonia, Bavaria, Colonia und Thuringia) schließen sich zur deutschen Franziskanerprovinz von der Heiligen Elisabeth zusammen, mit Provinzialat in München.

2012

Zur Erinnerung an die jährliche Nachtwallfahrt der Kolpingfamilien im Bezirk Wiedenbrück zur Muttergottes von Wiedenbrück wurde vor der Marienkirche eine Erinnnerungsstele aufgestellt.

2016

Das Noviziat wird nach Irland verlegt und findet künftig in europäischen Kontext statt.